„Von fremder Hand“ von Deborah Crombie: Mystik, Mord und geheimnisvolle Botschaften

Sommerzeit = Lesezeit … eine Buchrezension

Von fremder Hand“ von Deborah Crombie ist ein Kriminalroman, der mich vor allem durch seine ungewöhnliche Ausgangsidee und die mystische Atmosphäre rund um Glastonbury fasziniert hat. Besonders spannend fand ich die rätselhaften Botschaften, die ein Architekt erhält, obwohl er sich nicht daran erinnern kann, sie selbst geschrieben zu haben.

Wenn dich das Cover anspricht und was mich als Autorin an dem Buch besonders fasziniert hat

Der erste Blick geht natürlich immer auf das Cover und die unaufgeregte Landschaftsdarstellung fand mein Interesse. Weiterhin hat mich als Autorin sofort fasziniert, dass es in diesem Buch um einen Menschen geht, der schreibt, ohne es aktiv anzusteuern. Das Schreiben geschieht quasi automatisiert. Bei mir kann es zum Beispiel eine Art Flowzustand erzeugen, also dass die Worte scheinbar wie von selbst auf das Papier fließen.
Doch darum geht es weniger, sondern eine der Figuren, ein Architekt, erhält rätselhafte Botschaften aus der Vergangenheit. Später weiß er nicht einmal, dass er überhaupt aktiv etwas geschrieben hat. Diese mysteriösen Nachrichten sind in einer fremden Handschrift und sogar in einer Sprache verfasst, die er gar nicht spricht.

Das weckte sofort meine Neugier. ;)

Glastonbury als mystischer Schauplatz

Dieses Buch hat mich nach Glastonbury geführt, einem geschichtsträchtigen Ort in England, in der Grafschaft Somerset. Die Mystik des Ortes wird sehr malerisch beschrieben und hat bestimmt nicht nur mich neugierig auf Glastonbury und das Tor gemacht.
Tor ist ein Wort keltischen Ursprungs, das „konischer Hügel“ bedeutet. Dieser Hügel befindet sich mitten im Ort und um ihn drehen sich einige Sagen und Legenden. Er gilt als mystischer Kraftort. So zieht die Stadt Jahr für Jahr Kulturfans, Esoteriker und auch Historie-Begeisterte an. Ebenso ist Glastonbury für seine Musikfestivals bekannt und wird als britisches Äquivalent zu Woodstock gesehen.

Dieser besondere Ort in England scheint eine Reise wert zu sein. Vielleicht irgendwann einmal ...

Was mir an dem Roman gefallen hat

Was mich an diesem Kriminalroman überrascht hat, war, dass nicht gleich auf den ersten Seite ein Mord geschieht. Vielmehr baut sich alles nach und nach auf. Die Spannung steigert sich langsam und nachhaltig. Mir gefällt auch, dass nicht Brutalität im Vordergrund steht, sondern das Rätseln um den/ die TäterIn.
Wer steckt dahinter? Und was hat es mit den geheimnisvollen Botschaften auf sich?


Was mir weniger gefallen hat

Durch die vielen Figuren fand ich es am Anfang etwas schwierig, den Überblick zu behalten, doch mit jeder gelesenen Seite wird es leichter, die verschiedenen Personen einzuordnen.

Für wen empfehle ich „Von fremder Hand“?

Der Roman eignet sich besonders für LeserInnen, die englische Cosy-Crime-Romane mit mystischer Atmosphäre und Schauplätzen, ungewöhnlichen Rätseln und einem eher langsamen Spannungsaufbau mögen. Wer dagegen einen sehr actionreichen Thriller mit schnellen Wendungen sucht, könnte den Einstieg möglicherweise als etwas zu ruhig empfinden. LeserInnen sollten es mögen, dass Rätsel und die Figuren stärker im Mittelpunkt stehen als brutale Szenen.

Mein Fazit:


„Von fremder Hand“ hat mich vor allem durch die ungewöhnliche Idee, die mystische Atmosphäre und den Schauplatz Glastonbury überzeugt. Für mich ist es ein Kriminalroman, bei dem nicht die Gewalt, sondern das Geheimnis im Mittelpunkt steht. Das gefällt mir als Autorin, die ebenfalls Cosy-Crime schreibt, am meisten.

Buch: Von fremder Hand

Autorin: Deborah Crombie

Preis: 9,00 €

Verlag: Goldmann (2001)

Seiten: 413 als Taschenbuch

Klappentext:

Ein neuer Fall für Duncan Kincaid und Gemma James von Scotland Yard

Jack Montfort, ein Architekt aus Glastonbury, glaubt nicht an Übersinnliches. Umso überraschter ist er, als er eines Tages in einer fremden Handschrift geheimnisvolle Botschaften niederzuschreiben beginnt. Jack vertraut sich seiner Freundin Winnie an. Um die beiden bildet sich allmählich ein Kreis von Interessierten, die versuchen, die Botschaften zu entschlüsseln.

Als ein Mordversuch auf Winnie verübt wird, bittet Jack seinen Cousin Superintendent Duncan Kincaid um Hilfe. Kurz nachdem Kincaid und Sergeant Gemma James in Glastonbury eintreffen, wird eine Frau aus der Gruppe um Jack ermordet. Der Schlüssel zur Tat scheint in der Vergangenheit zu liegen. Aber auch dem Rätsel um die geheimnisvollen Botschaften kommt die Gruppe langsam näher …

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